Ein Ökonom der Dramaturgie
von Oliver Baumgarten
Seit 1967 hat Peter Przygodda fast 100 Filme geschnitten. Zwar ist er für die langjährige Zusammenarbeit mit Wim Wenders am ehesten bekannt, doch hat seine Filmographie eine größere Vielfalt zu bieten, als man vielleicht denken mag. Eine kurze Einführung in das Werk von Peter Przygodda.
Ist es schon an sich schwierig, über Wirkungen und Aufgaben der Montage im allgemeinen zu sprechen, so stößt das Schreiben über den Schnitt eines Films im besonderen ganz unwillkürlich an spekulative Grenzen. Natürlich weiß man wenig über die Beschaffenheit des gedrehten Materials, natürlich kann man über mögliche Schnittalternativen lediglich Vermutungen anstellen. Und doch ist die Bedeutung von Schnitt und Montage für die Wirkkraft eines Films unbestritten. Sie ist deutlich spürbar, sie ist erkennbar und fordert aufmerksame Betrachter geradezu dazu auf, sie zu beschreiben, ihr nachzugehen und sie aus dem handwerklichen und künstlerischen Kontext eines Films herauszufiltern. Das ist leichter, sobald Schnitte ästhetisches Gestaltungsmittel werden, wenn wilde Jump Cuts vorherrschen, wenn Schnitte verstören sollen oder einfach nur eine irre Frequenz vorlegen. Das ist dann leichter, weil die Schnitte (nicht zwingend die Montage!) ins Auge springen, sich aufdrängen und ästhetisieren. Wesentlich schwieriger wird das auf der anderen Seite, sobald das Credo des »unsichtbaren« Schnitts vorherrscht, der erst dann richtig perfekt wird, wenn er unbewußt zu wirken beginnt, wenn er derart strikt der Geschichte dient, daß er scheinbar eins wird mit ihr – dann wird es zunehmend diffizil, Schnitt zu thematisieren, Leistungen zu ergründen und Methoden zu benennen. Über Schnitt zu sprechen oder zu schreiben heißt dann immer auch, Emotionen zu reflektieren und Stimmungen nachzugehen, auch radikal subjektiv sein zu dürfen.
Peter Przygodda ist ein Meister genau dieses »unsichtbaren« Schnitts. In über 40 Jahren und knapp 100 Filmen ging es für Peter Przygodda immer wieder um die »Ökonomie in der Dramaturgie«, um das richtige Austarieren erzählerischer Elemente, um Längen, um Tempo und Rhythmus. Er hat darin eine unbestrittene Meisterschaft entwickelt, die er eingebracht hat in Filme von Regisseuren wie Hans W. Geißendörfer, Volker Schlöndorff, Klaus Lemke, Hans-Jürgen Syberberg, Reinhard Hauff, Peter Handke, Rainer Erler, Romuald Karmakar und natürlich immer wieder Wim Wenders. Eindrucksvoll liest sich diese Liste von einigen der wohl einflußreichsten Regisseure der jüngeren deutschen Filmgeschichte, die mit Przygodda gearbeitet haben und noch heute arbeiten.
Peter Przygodda selbst läßt all das als Gütesiegel nicht gelten, immer wieder betont er in Gesprächen das Handwerk der Schnittarbeit und weist den künstlerischen Charakter des Editorenberufs weitestgehend von sich. Wie als Beweis dafür hat er nie einen Hehl daraus gemacht, etwa 1971 für den Münchner Sexfilmproduzenten Alois Brummer PORNOGRAFIE ILLEGAL geschnitten zu haben oder den Ingrid-Steeger-Softporno DER LÜSTERNE TÜRKE (1971) von Michael Miller, eben weil man im Beruf überleben, weil man Geld verdienen muß. Wer aber Przygoddas Filme ganz am anderen Ende der Klaviatur gesehen hat, Dokumentarfilme wie CAN – FREE CONCERT (1972), ALLE GEISTER KREISEN (1985) oder …ALS DIESEL GEBOREN (1979), die er als Regisseur und Editor gleichermaßen verantwortet, der weiß, wie enorm ausgeprägt sein künstlerischer Sinn ist für die Komposition und wie fein sein Gefühl für Erzählung und Atmosphäre.
Ursprünglich wollte Przygodda Architekt werden, arbeitete auf dem Bau, gründete schließlich in Berlin-Kreuzberg u.a. mit Rolf Zacher die Studiobühne »Ein-Groschen-Theater« und landete 1967 eher aus Geldnot als Schnittassistent in Artur Brauners CCC-Studios in Berlin-Spandau. Dort lernte er beim großen Schnittmeister Alfred Srp, dem Sissi-, Jerry Cotton- und Old Shatterhand-Editor, ehe er selbst die Montage verantwortete von solch wunderschönen und noch heute faszinierenden Extravaganzen wie Thomas Schamonis EIN GROßER GRABLAUER VOGEL (1971). 1970 dann lernte er an der HFF München Wim Wenders kennen und besorgte die Endfertigung von dessen Erstling SUMMER IN THE CITY (1970). Die beiden haben als legendäres Kreativgespann bis heute fast zwei Dutzend Filme zusammen gemacht, zuletzt PALERMO SHOOTING (2008). Für sein Gesamtwerk wurde Peter Przygodda im November 2007 beim Kölner Montageforum Film+ vom Bundesverband Filmschnitt geehrt und mit dem Geißendörfer Ehrenpreis Schnitt ausgezeichnet.
Personenkult, das machen Äußerungen Przygoddas immer wieder deutlich, ist ihm trotzdem ziemlich suspekt, lieber läßt er seine Arbeit für ihn sprechen.
Der Artikel wurden mit freundlicher Genehmigung von www.schnitt.de publiziert.
possibly people could speed across space and find peace
maybe the group could leap over the buildings and get away
http://www.shophairextensions.co.uk/
<a href="http://www.tn-tnfrance.com/">Nike TN</a>
<a href="http://www.chaussuresniketnrequin.com/">TN Requin</a>
<a href="http://www.chaussuresniketnrequin.com/">Nike TN</a>
<a href="http://www.chaussuresniketnrequin.com/">Chaussures Nike TN</a>
<a href="http://www.chaussuresniketnrequin.com/">Nike TN Requin</a>
<a href="http://www.tnnikerequintn.com/">Nike TN 2012</a>
<a href="http://www.tnnikerequintn.com/">TN Nike Requin</a>
<a href="http://www.tnnikerequintn.com/">Chaussures Nike TN</a>
<a href="http://www.niketnpascher2012.com">Nike TN Pas Cher </a>
<a href="http://www.tnrequintnpascher.com"> TN Requin </a>
<a href="http://www.tnrequintnpascher.com"> TN Pas Cher </a>
<a href="http://www.tnrequintnpascher.com"> Nike TN </a>
<a href="http://www.skytnn.com/"> Nike air max </a>
<a href="http://www.skytnn.com/"> TN REQUIN </a>
<a href="http://www.skytnn.com/"> Puma Pas Cher